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Keine Wettkämpfe - deshalb ein Blick zurück (Autor: Gunter Hünerhoff)
foto02Nun sind wir schon im vierten Monat koronageschädigt. Alle Wettbewerbe auf der Bahn und auf der Strasse sind ausgefallen. Zaghafte Versuche haben nichts gebracht und werden vom Verband nicht anerkannt. Wir sollten uns an Vorgaben halten! Ausgefallene Termine werden kaum nachgeholt, denn es gibt keine freien. Vom FLVW sind vor wenigen Tagen alle Termine bis einschließlich August abgesagt worden. Wir freuen uns erst mal auf unseren Nikolauslauf, wenn wir auch nicht wissen, ob er stattfindet und wie er stattfindet. Zunächst bleibt abzuwarten, wie sich die Lockerungen auswirken.
Wenn sich die Leichtathletik-Zukunft noch nicht planen lässt, so wissen wir was in der Vergangenheit passierte und so blicken wir mal 50 Jahre zurück auf das Jahr 1970. In der Spitze gab es nicht mehr die Erfolge der letzten Jahre. Schließlich hatten Waldemar Knaak und Werner Reibert die Hammer Sp.Vg. verlassen und das schwächte die 4-mal-400-m-Staffelenorm, die bei den Deutschen in Berlin trotzdem mit 3:14.3 Minuten eine gute Zeit lief, aber doch im Vorlauf stecken blieb. 
In den Vorjahren war man zweite und dritte Plätze  bei deutschen Meisterschaftent gewohnt. Auch Hermann Schnieders blieb mit 47,8 Sekunden im Vorlauf hängen. So erging es auch Annemarie Schulte auf der 800-m-Strecke bei einer Zeit von2:18,9 Minuten. Allerdings war das neuer Stadtrekord.
Es gab dann noch vier weitere Stadtrekorde, die alle auf das Konto von Aktiven des TuS 59 gehen. Friedhelm Theis, der spätere Kreis-Sportwart, sprang 1,93 m hoch. Mit dem alten starren Stab sprang Gerd Wimmel, eigentlich Breitensportler, 3,62 hoch. Marlies Kühn, später in Bonn noch sehr erfolgreich, verbesserte die 200-m-Bestmarke auf glatte 26 Sekunden und Leonore Götz-Meyer warf den Speer 40,56 m weit.
In Unna gab es den zweiten 100-km-Lauf. Schnellster Aktiver aus Hamm war unser Franz Roll, der nach 11:35 Stunden in der AK V (ab 60 Jahre) auf den zweiten Platz lief. Nur drei Minuten langsamer war Horst Pioch, Neunter in der Altersklasse II (40 - 49 Jahre). Die hundert Kilometer wurden als Volkslauf gewertet, da konnten also auch Kinder teilnehmen. In das Strassenlauf-Programm wurde die Super-Langstrecke erst 1986 aufgenommen.
Überhaupt erlebte der Volkslauf 1970 einen Riesenaufschwung. Den ersten in NRW gab es im Oktober 1966 in Solingen, den ersten in Westfalen 1968 in Gevelsberg. Die Streckenlänge betrug einheitlich zehn Kilometer, d.h. es sollten etwa zehn sein. Ich habe 10-Km-Läufe von sieben bis 14 Km mitgemacht. Es gab Sollzeiten, die sehr Wenige nicht schafften. Als Auszeichnung gab es Medaillen, die zum Teil sehr geschmackvoll waren. Gegen neun Uhr wurden die Läufe im Abstand von zehn Minutensortiert nach Altersklassen gestartet und ab 13:30 Uhr die Geher auch mit mehreren Starts. Und wer genug Kondition hatte, der wanderte zwischen Lauf und Gehen den Kurs. Für zwei normale Medaillen konnte man eine mit Goldrand tauschen.
Führend war damals die Veranstaltung von Concordia Hagen. Das Ausschreibungsheft umfasste über 50 Seiten und es gab eine gedruckte Ergebnisliste -damals ein Ereignis- mit Platz, Namen, Zeit und kompletter Anschrift. Hier einige VL zu denen wir 1970 aus Hamm gefahren sind: Lintorf, Köln, Hagen, Niedereimer, Bad Gandersheim, Herne, Tönisheide, Bielefeld, Dortmund-Lanstropo u.a. Einige brachten es auf mehr als 2000 Interessenten.
Und noch ein Ereignis vor 40 Jahren. Bei einem unserer Abendsportfeste lief am 22. August 1980 Franz Schüler die5000 Meter in 15:30,2 Minuten. Das war westfälischer Rekord für die Klasse M-45 und diese Bestzeit steht heute immer noch bei den Westfalen-Rekorden und hat damit unseren Ehrenvorsitzenden weit überlebt.